Rettungsdienst Eschenburg GmbH Foto: Tobias Kuhn

28.09.2017

Gemeinsame Fortbildung zur LifeVest Defibrillatorweste

Foto: Zoll LifeVest

In Zusammenarbeit mit der Firma Zoll und den Lahn-Dill-Kliniken organisierte die Rettungsdienst Eschenburg GmbH (RDE) Ende September eine interdisziplinäre Fortbildung zum Thema LifeVest Defibrillatorweste. Diese Defibrillatorweste wird von Patienten getragen, die gefährdet sind, einen plötzlichen Herztod (PHT) zu erleiden und bietet Schutz, wenn sich ihr Zustand noch ändert und noch kein permanentes PHT Risiko festgestellt wurde. Insgesamt 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der praxisorientierten zweistündigen Schulung durch die Herstellerfirma Zoll teil und hatten währenddessen die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen.

 

In der Jahresfortbildung des RDE wurde das Thema bereits durch den Medizinprodukte-Beauftragten bearbeitet und unterrichtet.  Durch die dadurch erlangten Kenntnisse  konnten bereits zwei Patienten, die beide Träger der LifeVest Defibrillatorweste waren, medizinisch besser versorgt werden. Im Schnittstellenzirkel des Krankenhauses Wetzlar und des Rettungsdienstes im LDK wurde von den beiden Einsätzen berichtet. So entstand das Interesse an einer gemeinsamen Fortbildung, die nun umgesetzt werden konnte.

 

Hintergrund:

Ein wichtiger Faktor für einen wirkungsvollen Schutz vor dem PHT ist die Zeit: Mit jeder Minute Verzögerung der Defibrillation sinkt die Überlebenschance um etwa 10 Prozent. Patienten mit einem dauerhaft hohen PHT-Risiko werden mit einem Implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) geschützt. Bevor der Eingriff erfolgt, empfehlen die Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften eine Wartezeit (nach Myokardinfarkt 40 Tage, bei nicht ischämischer Kardiomyopathie mindestens 3 Monate). Ebenso dauert die medikamentöse Optimierung mindestens 3 Monate. In vielen Fällen führt dies dazu, dass sich die Pumpleistung des Herzens verbessert und das PHT-Risiko sinkt, so dass kein ICD implantiert werden muss. In dieser Zeit kann die LifeVest Defibrillatorweste den Patienten wirksam schützen.

 

Die LifeVest besteht aus einer Stoffweste, in der sich ein Gürtel mit Mess- und Therapieelektroden befindet, und einem Monitor. Die Stoffweste wird unter der Kleidung direkt am Körper, der Monitor an der Hüfte oder an einem Schulterriemen getragen. Das Gerät überwacht das Herz des Patienten kontinuierlich. Wird ein lebensgefährlicher Herzrhythmus erkannt, benachrichtigt das Alarmmodul den Patienten mit hör-, sicht- und fühlbaren Alarmsignalen. Ist der Patient bei Bewusstsein, kann er den Schock verhindern, indem er gleichzeitig die beiden Reaktionstasten am Monitor drückt.

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